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KI-Werbung für Kunden erstellen, ohne KI-Look und ohne Rechtsfehler

KI-Werbung fällt auf, wenn sie aus einem Prompt kommt statt aus der Marke des Kunden. Du liest, wie ein Motiv mit KI entsteht, woran du typische KI-Fehler erkennst und was rechtlich gilt. Die Werte stammen aus einem System, das wir gebaut haben.

Arbnor BerbatovciGründer und Inhaber von paceOPS

Veröffentlicht Rechtsstand , keine Rechtsberatung

KI-Werbung ist erlaubt, auch für Kunden. Wirkt ein Motiv echt, etwa mit realistischen Menschen, Stimmen oder Produkten, verlangt die KI-Verordnung seit dem 2. August 2026 einen Hinweis. Nicht nach KI sieht ein Motiv aus, wenn es aus der Marke des Kunden und einer eigenen Idee entsteht. Ein Prompt allein reicht dafür nicht. Gesichter, Logos und Stimmen anderer nutzt du nur mit dem Recht dazu.

  • 65Sek.bis zum fertigen Motiv bei Auftragsrausch, vorher zwei bis drei Tage Wartezeit (Fallstudie, Stand Oktober 2026)
  • 50Centkostet dort ein Motiv rund im eigenen System, vorher 25 Euro pro Design (Fallstudie, Stand Oktober 2026)
  • 3.200Vorbilder liegen bei Auftragsrausch geordnet im Zugriff, für jede neue Idee (Fallstudie, Stand Oktober 2026)

01Woran man KI-Werbung erkennt

Man erkennt KI-Werbung meist an Fehlern, die Bildmodelle immer wieder machen, nicht an der KI selbst. In unserer Prüfung tauchen dieselben Befunde auf.

  • Haut und Kanten. Wachsartige Haut und überschärfte Kanten.
  • Logos. Logos, die nachempfunden oder wie aufgeklebt wirken.
  • Schrift. Das Bildmodell verdoppelt oder verkrüppelt kleine Schrift.
  • Marke. Farben, die nicht zum Kunden gehören, und Text, der neben dem Bild steht statt darin.
  • Schablone. Dieselbe Bildidee mit neuem Text, Motiv für Motiv.

Im Feed sieht man das in einer Sekunde. Der Kunde sieht es auch, und es fällt auf seine Marke zurück. Der Fehler liegt dabei selten im Bildmodell. Er liegt darin, dass vor dem Bild nichts passiert und nach dem Bild niemand prüft.

02Wie ein Motiv mit KI entsteht

Ein gutes KI-Motiv entsteht in fünf Schritten, vom Briefing bis zur Freigabe durch einen Menschen. So arbeitet unsere creativeENGINE.

  1. Briefing aus der Marke. Logo, Farben, Bildsprache, Tonfall und Tabus des Kunden werden einmal hinterlegt. Jedes Motiv startet von dort, nicht von einem leeren Eingabefeld.
  2. Eine Idee je Motiv. Jedes Motiv bekommt einen eigenen Grund, warum der Daumen stoppt. Schwache Konzepte fliegen raus, bevor ein Bild entsteht.
  3. Das Bild mit dem echten Logo. Das Logo kommt aus der Referenz des Kunden und wird nie nachgezeichnet. Ein fremdes Logo im Bild gilt als schwerer Fehler.
  4. Die Prüfung. Text wird Zeichen für Zeichen gegen die Vorgabe gelesen, dazu Logo und Anatomie. Haut, Kanten und Logos meldet der Prüfbericht als Befund, dann wird korrigiert.
  5. Die Freigabe. Ein Mensch im Team sieht jedes Motiv, bevor es zum Kunden geht.

Eine Grenze nennen wir vorher. Kleinstschrift auf kleinen Gegenständen bekommt auch ein gutes System nicht zuverlässig hin. Steht eine Preisangabe auf einem Etikett, setz sie lieber nachträglich als Text ins fertige Motiv. Für Reels und Stories kommen eigene Formate und sichere Zonen dazu, Maße und Ränder findest du unter Instagram Reels Format.

Die 50 Cent sind Kosten im System, nicht der Preis eines Dienstleisters. Der Hebel liegt woanders. Wer jedes Motiv einkauft, kann nicht testen, weil jede Idee Geld und Tage kostet. Fair gegeneinander testen lassen sich Motive nach den Regeln aus dem Creative-Testing bei Meta. Den ganzen Ablauf bei Auftragsrausch zeigt die Fallstudie.

03Welche Wege es gibt

Zu KI-Motiven führen fünf Wege, von Metas eigenen Funktionen bis zum eigenen System. KI steckt in Werbung dabei nicht nur im Bild. KI schreibt Texte, baut Varianten und wählt bei Meta mit aus, wer welche Anzeige sieht, wie im Beitrag zu Meta Andromeda beschrieben. So schätzen wir die Wege für Motive ein.

  • Metas KI-Funktionen. Diese Funktionen erzeugen im Werbeanzeigenmanager etwa Hintergründe oder ganze Bilder, Meta setzt dann selbst das Label „KI-Info“. Schnell für einzelne Kampagnen, wenig Einfluss auf die Marke. Metas automatische Abwandlungen schalten wir bei Kundenmarken aus.
  • Ein allgemeiner Bildgenerator. Günstig je Bild, aber Briefing, Marke, Prüfung und Hinweis bleiben ganz bei dir.
  • Ein Design-Werkzeug mit hinterlegter Marke. Ein Mittelweg. Farben, Schriften und Logo liegen fest, Idee und Prüfung bleiben bei dir.
  • Designer oder Agentur. Die Marke sitzt, jedes Motiv kostet aber einen Auftrag und Wartezeit.
  • Ein eigenes System. Lohnt sich, wenn viele Motive für mehrere Kunden entstehen. Der Aufbau ist ein eigenes Projekt.

04Wann KI-Werbung einen Hinweis braucht

Einen Hinweis brauchen KI-Bilder, -Videos und -Töne, die echt wirken und täuschen können. Art. 50 Abs. 4 der KI-Verordnung nennt sie Deepfakes. Die Pflicht gilt seit dem 2. August 2026 und trifft den Betreiber, bei Werbung meist die Agentur.

Zwei Punkte übersehen Agenturen oft.

  • Meta setzt keinen Hinweis für dich. Das Label „KI-Info“ setzt Meta laut Hilfe nur bei Motiven aus Metas eigenen KI-Funktionen. Motive aus Werkzeugen anderer Anbieter bekommen keins.
  • Metadaten reichen nicht. Laut Leitlinien der EU-Kommission (Rn. 117) muss der Hinweis für Menschen ohne Hilfsmittel erkennbar sein. Die maschinenlesbare Markierung des Werkzeugs genügt dafür nicht.

In unserer creativeENGINE steht der Hinweis in den Metadaten, ins Bild kommt er auf Wunsch. Bei echt wirkenden Motiven ist der sichtbare Hinweis Pflicht. Wer ihn setzen muss, Agentur oder Kunde, klärt der Beitrag zur KI-Kennzeichnung in Werbung.

05So haben wir es bei einer KI-Stimme gemacht

Bei unserem eigenen Anzeigenfilm A05 spricht eine realistische KI-Stimme. Übertragbar ist der Ablauf aus Prüfung, Freigabe und neuer Anzeige statt geänderter Anzeige.

Bei Reels sieht nicht jeder das Video von Anfang an. Wo der Hinweis dann stehen sollte, zeigt der Abschnitt Wie der Hinweis aussehen muss.

06Rechte an Gesicht, Logo und Motiv

Ein Hinweis ersetzt keine Rechte. Er sagt nur, dass KI im Spiel war, nicht, dass du zeigen darfst, was zu sehen ist.

  • Echte Personen. Bildnisse dürfen nach § 22 Kunsturhebergesetz nur mit Einwilligung des Abgebildeten verbreitet werden. Zeigt ein Deepfake echte Personen, gelten laut Leitlinien (Rn. 129) die Rechte an Bild und Stimme weiter.
  • Logos und Marken. Meta lässt in Anzeigen keine Inhalte zu, die Rechte an geistigem Eigentum Dritter verletzen, etwa Urheber- oder Markenrechte. Fremde Logos gehören nach unserer Empfehlung deshalb nicht ins Motiv, auch nicht im Hintergrund.
  • Das Motiv selbst. Das Urheberrechtsgesetz schützt nach § 2 Abs. 2 nur persönliche geistige Schöpfungen. Ob ein weitgehend generiertes Bild darunter fällt, lass im Zweifel prüfen, bevor du dem Kunden Rechte daran zusicherst.
  • Produktbilder. Zeigt ein KI-Bild das Produkt besser, als es ist, hilft auch kein Hinweis. Rechtswidrige Werbung bleibt laut Leitlinien (Rn. 129) rechtswidrig, etwa irreführende Werbung.

07Wann KI nicht das richtige Werkzeug ist

KI passt für Motive, die eine Idee zeigen, nicht für Motive, die etwas Echtes beweisen sollen. Teamfotos, Kundenstimmen und Vorher-nachher-Bilder bleiben echt. Ein KI-Team als „unser Team“ wäre eine Täuschung, mit oder ohne Hinweis.

Auch bei uns kommt nicht jedes Motiv aus der KI. Für unsere eigenen Bildanzeigen habe ich am 7. Oktober 2026 entschieden, echtes Material statt KI-Stillleben zu nehmen. Die Botschaften blieben gleich, die Motive sollten stärker stoppen. Wer Videos verkauft, zeigt besser echte Videos.

08Prüfliste gegen KI-Look und Rechtsfehler

  1. Konzept. Hat das Motiv eine eigene Idee, oder ist es die Schablone von gestern mit neuem Text?
  2. Marke. Kommt das Logo aus der Referenz des Kunden, stimmen die Farben, steht kein fremdes Logo im Bild?
  3. Text. Ist jeder Buchstabe gegen die Vorgabe gelesen, auch die kleine Schrift?
  4. Anatomie und Haut. Stimmen Hände und Gesichter, wirkt die Haut echt, sind die Kanten natürlich?
  5. Echt wirkend. Zeigt das Motiv realistische Personen, Stimmen, Orte oder Produkte? Dann gehört ein sichtbarer oder hörbarer Hinweis dazu.
  6. Rechte. Liegen Einwilligungen abgebildeter Personen und Lizenzen für Musik und Schrift vor?
  7. Dokumentation. Ist für dieses Motiv festgehalten, ob es einen Hinweis braucht und warum, mit Datum?

09Häufige Missverständnisse

  • „KI-Werbung ist nicht erlaubt.“ Doch, KI-Werbung ist erlaubt. Für echt wirkende Inhalte verlangt Art. 50 Abs. 4 der KI-Verordnung einen Hinweis. Meta schaltet auch Anzeigen aus fremden KI-Werkzeugen, setzt dort nur kein eigenes Label.
  • „KI-Werbetexte muss ich kennzeichnen.“ Die Pflicht für Texte gilt nach Art. 50 Abs. 4 UAbs. 2 der KI-Verordnung bei Angelegenheiten von öffentlichem Interesse. Werbetexte nennen die Leitlinien als nicht erfasst (Beispiele zu Rn. 131), außer etwa bei Aussagen zu Gesundheit oder Nachhaltigkeit.
  • „Ein besserer Prompt behebt den KI-Look.“ Der Look kommt meist aus fehlendem Briefing und fehlender Prüfung. Ein längerer Prompt ersetzt beides nicht.
  • „Ein Prüfbericht ersetzt den Menschen.“ Der Bericht findet Haut, Kanten und Logos. Ob die Idee trägt und zur Marke passt, entscheidet bei uns vor jeder Weitergabe ein Mensch.

Quellen

  1. Verordnung (EU) 2024/1689 (KI-Verordnung), Art. 3 Nr. 4, Art. 50 Abs. 4 UAbs. 1 und 2, Art. 113, Amtsblatt der EU vom 12. Juli 2024, abgerufen am 16. Oktober 2026
  2. Europäische Kommission, Leitlinien zur Umsetzung der Transparenzpflichten nach Art. 50 KI-Verordnung, C(2026) 5054 final, 20. Juli 2026, Rn. 14, 113, 117, 129 und 131, abgerufen am 16. Oktober 2026
  3. Meta-Hilfebereich, So werden KI-generierte Bilder in Werbeanzeigen auf Meta identifiziert und gekennzeichnet, abgerufen am 16. Oktober 2026
  4. Meta Transparency Center, Werbestandards, Verletzung des geistigen Eigentums Dritter, abgerufen am 16. Oktober 2026
  5. Kunsturhebergesetz, § 22, abgerufen am 16. Oktober 2026
  6. Urheberrechtsgesetz, § 2, abgerufen am 16. Oktober 2026
  7. paceOPS, Fallstudie Auftragsrausch OS und Seite der creativeENGINE, Stand Oktober 2026
  8. Eigene Werte, Änderungsprotokoll und Regeln der Werbe-Abteilung von paceOPS, Stand 16. Oktober 2026

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